Wien: Hohe Auszeichnung für rumänisch-orthodoxen Bischofsvikar Dura
Der Wiener rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura wurde am Donnerstagabend in der rumänischen Botschaft in Wien mit einem hohen Orden um "kulturelle Verdienste" ausgezeichnet. An der Verleihung nahm u.a. auch der armenische Bischof und Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, Tiran Petrosyan, teil. Im Rahmen des Festaktes wurde vor allem die Aufbauarbeit gewürdigt, die Dura für die Rumänisch-orthodoxe Kirche in Österreich geleistet hat.
Anfang der 1990er-Jahre nach Wien gekommen, hat sich Dura zuerst bemüht, die Gläubigen rund um die kleine Kapelle in der Löwelstraße zu sammeln. 2009 wurde dann ein Traum Realität: In Wien-Simmering wurde die neu gebaute rumänisch-orthodoxe Andreaskirche feierlich eingeweiht. Dazu war auch der rumänisch-orthodoxe Patriarch Daniel nach Wien gekommen. Auch Kardinal Christoph Schönborn nahm an den Feierlichkeiten teil.
In seinen Dankesworten sprach Dura von seinem Vaterland Rumänien und seiner neuen Heimat Österreich: "Ich habe die Hälfte meines Lebens in Rumänien und die andere Hälfte in Österreich verbracht." Hier habe er ein herzliches Zuhause gefunden. Mit großer Freude habe er neben der seelsorglichen Arbeit auch seinen Dienst als Religionslehrer geleistet.
Weiter hob Dura auch den guten Zusammenhalt unter den Kirchen in Österreich hervor. Er sprach von einer starken "ökumenischen Verbundenheit" und guten interreligiösen Beziehungen. Die Auszeichnung wolle er auch nicht nur für sich selbst in Anspruch nehmen, sie gelte genauso auch den vielen Mitwirkenden, die ihn in den vergangenen Jahrzehnten begleitet hätten.
Dura wurde 1954 in Alba in Rumänien geboren. Seine theologische Ausbildung erhielt er in Cluj, Sibiu und Bukarest. Seit 1978 verheiratet, wurde er 1982 zum Priester geweiht. Er wirkte fortan als Studierendenseelsorger und Universitätsassistent am Theologischen Institut Sibiu, bevor er in Wien seine theologischen Studien fortsetzte und 1993 mit dem Magisterium sowie 1997 mit dem Doktorat abschloss. Seit 1993 wirkt Dura als Seelsorger in Wien und erwarb große Verdienste für die Rumänisch-orthodoxe Kirche vor Ort. Er ist auch Autor zahlreicher Bücher.
Seit 1998 ist Dura Bischofsvikar der Rumänisch-orthodoxen Kirche in Österreich. Er arbeitete von 1993 bis 2007 als Religionslehrer, von 2007 bis 2020 lehrte er an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems. Dura war und ist auch ökumenisch vielfältig engagiert. Von 2009 bis 2014 war er Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich. Auch aktuell gehört er dem Vorstand des ÖRKÖ an. Außerdem ist er auch der Stiftung "Pro Oriente" eng verbunden, für die er seit dem Jahr 2000 als Konsultor tätig ist.
50.000 bis 150.000 Gläubige
Über die genaue Zahl der rumänisch-orthodoxen Gläubigen in Österreich gibt es keine Angaben. Schätzungen reichen von 50.000 bis 150.000, wobei mehrere Beobachter davon ausgehen, dass ein mittlerer Wert von um die 100.000 eine realistische Angabe sein könnte.
Rumänisch-orthodoxe Pfarrgemeinden gibt es in Wien, Salzburg, Graz, Linz, Klagenfurt, Innsbruck, St. Pölten, Knittelfeld, Wiener Neustadt, Feldkirch, Krems, Braunau, Bruck an der Mur/Kapfenberg, Gleisdorf, Wels, Zell am See, Oberwart/Oberpullendorf, Vöcklabruck, Neudau und Bruck an der Leitha. Die rumänisch-orthodoxen Kirchengemeinden in Österreich gehören zur Erzdiözese für Deutschland, Österreich und Luxemburg mit Bischof Serafim (Joanta) an der Spitze. Er hat seinen Bischofssitz in Nürnberg.
Quelle: kathpress