Heiliges Land: Delegation aus Österreich will Friedensinitiativen stärken
Eine hochrangige Delegation des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) hält sich dieser Tage im Heiligen Land auf. Der Delegation gehören der armenisch-apostolische Bischof und ÖRKÖ-Vorsitzende Tiran Petrosyan, der katholische Linzer Bischof Manfred Scheuer, der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld sowie der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura an. Der Besuch dient der Begegnung mit Personen bzw. Vertretern von Organisationen und Institutionen, die sich für Frieden und Versöhnung im Heiligen Land einsetzen, wie es vonseiten des ÖRKÖ am Mittwoch hieß. In besonderer Weise wolle man auch Solidarität und Nähe zu den Christen im Heiligen Land zeigen.
Am Dienstag trafen die ÖRKÖ-Vertreter in Jerusalem u.a. mit dem Lateinischen Patriarchen Kardinal Pierbattista Pizzaballa zusammen. In der Dormitio-Abtei fanden zudem nicht nur eine Begegnung und ein Gottesdienst mit Abt Nikodemus Schnabel und den Mönchen der Benediktinerabtei statt, sondern die Delegation traf auch mit Mitgliedern der Organisation "Tag Meir" zusammen. Der 2011 gegründete Dachverband von knapp 50 Organisationen hat es sich zur Aufgabe gemacht, aus einem tiefen jüdischen Glauben heraus alle Formen von Rassismus, Hetze und Hassverbrechen in der israelischen und palästinensischen Gesellschaft zu bekämpfen und die Werte der Toleranz, des gegenseitigen Verständnisses und des Respekts vor dem Anderen als authentische, jüdische Werte zu fördern.
Weiters besuchte die ÖRKÖ-Delegation die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem und die Schmidt-Schule in Jerusalem. Die katholische Schule wird von rund 500 palästinensischen Mädchen besucht. Rund 85 Prozent sind Muslime, 15 Prozent Christen. Schuldirektor Dietrich Bäumer berichtete vom Einsatz für Toleranz, Respekt und Frieden. Die Delegation suchte zudem das Gespräch mit den Schülerinnen. Die Schule wird vom Deutschen Verein vom Heiligen Lande getragen.
Die Delegation wird in den nächsten Tagen in Jerusalem noch weitere Kirchenoberhäupter und Vertreter der Zivilgesellschaft treffen sowie u.a. Betlehem und Nazareth aufsuchen. Dabei stehen etwa der Besuch von Bildungseinrichtungen, Caritas-Projekten sowie Gottesdienste in den Liturgien der verschiedenen Kirchen auf dem Programm.
Der ÖRKÖ unterstützt seit vielen Jahren das "Ökumenische Begleitprogramm in Palästina und Israel" (EAPPI) des Weltkirchenrates. Freiwillige aus aller Welt setzen sich vor Ort für ein Ende der Gewalt und ein friedliches Zusammenleben von Palästinensern und Israelis ein. Immer wieder hat der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich in der jüngeren Vergangenheit zu einem Ende der Gewalt im Nahen Osten aufgerufen. Der mit Gewalt ausgetragene Konflikt bringe weder für Israelis noch für Palästinenser Sicherheit und Frieden, so der ÖRKÖ.
Zum Dialog gibt es nach Überzeugung des ÖRKÖ keine Alternative. In seiner jüngsten Erklärung räumte der ÖRKÖ zwar ein, dass die Kirchen keine großen politischen Lösungen vorantreiben könnten, doch man wolle sich künftig verstärkt bemühen, all jene Kräfte zu stärken, die sich vor Ort für Versöhnung einsetzen.
Quelle: kathpress